gepard14
Schützenstrasse 14
CH-3097 Liebefeld

info@gepard14.ch
 
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Bernhard Gerber

   

Vernissage 19. November 2010  18 Uhr

Lesung mit Michaela Wendt, Vorleserin

Öffnungszeiten: 20./21. November 16-20 Uhr

Bernhard Gerber – «Experiment Raum!»

Nach einer längeren Denkphase im leeren gepard14 entschied sich Bernhard Gerber (*1958 in Biglen) im Ausstellungsraum architektonisch tätig zu werden. All die Ecken, Kanten und Nischen erzählen Geschichten über die stetige Anpassung an die veränderten Bedürfnisse des Raumes. Früher war er Fabrikraum, heute ist er Kunstraum und Plattform für Experimente.
Der Raum wird von einem Dach bedeckt, das wiederum von vier Wänden getragen und einem Boden abgeschlossen wird. Die Frage stellt sich, was ein Raum braucht um Raum zu sein? Naturwissenschaftlich betrachtet entspricht Raum einem Volumen mit einer Länge, Breite und Höhe. Raum entsteht demnach durch die Setzung von räumlichen Grenzen oder Wirkungen. Raum ist daher nicht einfach sondern entsteht, indem er begrenzt wird. Aber was wäre, wenn ein Kunstwerk neue Probleme für einen Raum kreiert?
Im gepard14 erkundet der Künstler die Grenzen des Gebäudes, indem er im Ausstellungsraum eine neue Struktur konstruiert, Architektur in bestehende Architektur integriert. So werden existierende Linien aufgelöst, weitergeführt, neue Linien in den Raum gesetzt. Eine Art unkonventioneller Renovationsplan ohne eigentliche Funktionalität. Seine Interventionen in das Raumgefüge von gepard14 sind aber keinesfalls brachialer Art, sondern aller Grösse und Voluminösität zum Trotz, suggerieren die gewählten Materialien nur eine dezente Einmischung in den Kanon der Raumarchitektur. Bewaffnet mit Holzdachlatten, Wärmedämmplatten aus Styropor und doppelseitigem Klebeband erzeugt Bernhard Gerber filigrane Holzkonstruktionen, die freistehend ohne Verankerung ins Raumgefüge einbezogen werden. Die Materialität von Styropor, dessen unregelmässige Struktur und Farbähnlichkeit sich nahtlos in die bestehende Raumbeschaffenheit einfügt, spielt eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung des neu kreierten Raumes. Es entstehen Zwischenbereiche und Erfahrungsräume, die einladen über das Phänomen Raum nachzudenken.

Bernhard Gerber ist 1958 in Biglen im Emmental geboren und aufgewachsen. Nach Grundausbildung, Studium und diversen Auslandaufenthalten, arbeitet er seit 1989 als freischaffender Künstler. Neben der konkreten thematischen Arbeit an plastischen Objekten erarbeitet Bernhard Gerber Projekte zu gesellschaftspolitischen Themen in Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden. Bernhard Gerber lebt heute in Bern und besitzt sein Atelier in der alten Filzfabrik „Fisco“ in Münsingen

-Michael Sutter


Bildergalerie

 

 

 

 

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Schützenstrasse 14 Fest 28. August 2010 ab 16 Uhr


Am 28. August fand das Fest zum 10-Jährigen Jubiläum der "Schützenstrasse 14"

unter dem Motto "Biodiversität" statt. Der Kunstraum gepard14 beteiligte sich

mit einem künstlerischen Beitrag am Festanlass.

Marco Giacomoni nutzte den Raum um ein wandfüllendes

Bild im Format 7x3m zu malen. Das Werk wurde nur an diesem Tag den Besuchern

präsentiert.


 


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Luciano Andreani


"Rohlinge"

 

Vernissage: 2. Juli 18 Uhr

Öffnungszeiten: 3./4. Juli 16-20 Uhr

Sie und Ihre Freunde sind herzliche eingeladen!
 


Die Figuren der neuesten plastischen Arbeiten von Luciano Andreani
(*1947) sind waghalsige Akrobaten: In kleinen Gruppen, teils in
symmetrischen Konstellationen, hat der Künstler die seltsamen,
vergnüglichen Artisten angeordnet. Es sind in Ton modellierte Misch-
und Fantasiewesen, die hier unbekümmert und mehr als gekonnt ihre
Leibesübungen vollführen. Sie erinnern an Andreanis verspielte
Plastiken im öffentlichen Raum, dem Wasserspeier in der Münstergasse
oder dem ewig gehenden, aber kopflosen Beinpaar am Casinoplatz. Und
sie rufen ebenso die monströsen gotischen Wasserspeier oder Figuren
romanischer Kapitelle und Figurenportale in Erinnerung.

Dominik Imhof 

 

Luciano Andreani
Rohlinge



Nicht nur die aktuellen in Ton ausgeführten Skulpturen von Luciano Andreani (*1947) sind in ihrem zwar gebrannten, aber dennoch nicht weiter behandelten Zustand als Rohlinge zu bezeichnen. Seine gesamte Auswahl der hier präsentierten Arbeiten wandelt rund um dieses Thema, sei es unter formalen oder inhaltlichen Aspekten.

Da wären die frühen zeichnerischen Werke aus den 1980er Jahren, mit denen Andreani bereits seinen Bildkosmos vorstellt: ein duschender Teufel, dem Tropfen wie Tränen die Wangen hinunterfliessen und fischartige Wesen aus den Händen wachsen; ein träumender Indianer, der mit seiner Bettstatt verschmolzen scheint und seinen martialischen Federschmuck auf dem Nachtischchen untergebracht hat; sich windende weibliche Wesen, die an die fantastischen Kreaturen eines Alfred Kubin erinnern. Die Zeichnungen wandeln auf Traumpfaden, sie sind roh, in dem Sinne, als dass sie grob ausgeführt sind und in ihren Motiven derb und ungeschliffen daherkommen. Und die Figuren sind Monster und Satane – Rohlinge eben.

Eine ganz ähnliche Beschaffenheit ist den 2008 entstandenen Collagen eigen. Auch sie sind ganz salopp ausgeführt und spielen auf derselben motivischen Bühne wie die Zeichnungen: Totenköpfe und Zauberhüte, Hasen und Schlachtplatten oder ein satanischer Velofahrer. Werke des synthetischen Kubismus eines Picasso und Braque fallen einem ein, doch Andreani gestaltet eine weitaus hintersinnigere, zügellosere Bildwelt, in der das weisse Häschen des Zauberers auf dem Teller landet, ebenso wie eine Hand mit abgetrenntem Finger. Oder ein Boxkampf wird zum Narrentanz, bei dem der übermütige und hilflose Hase – aufgetakelt mit Cowboystiefeln –  gegen das wehrhafte Schwein anzukommen sucht.

Die Figuren der neuesten plastischen Arbeiten sind waghalsige Akrobaten und fügen sich nahtlos in das vorangehende wilde Universum: In kleinen Gruppen, teils in symmetrischen Konstellationen, hat der Künstler die seltsamen, dreisten Artisten angeordnet. Es sind in Ton modellierte Misch- und Fantasiewesen, die hier unbekümmert und mehr als gekonnt ihre Leibesübungen vollführen. Ihre Köpfe wachsen aus ihren Handgelenken, sie verschmelzen geschlechtslos ineinander und fügen sich zu neuen Kreaturen, denen gleichermassen etwas verspielt Witziges, wie auch etwas taktlos Obszönes anhaftet. Gleichzeitig erinnern sie an Andreanis verspielte Plastiken im öffentlichen Raum aus früheren Jahren: dem Wasserspeier in der Münstergasse oder dem ewig gehenden, aber kopflosen Beinpaar am Casinoplatz. Und sie rufen ebenso die bizzarren gotischen Wasserspeier oder die grotesken Figuren romanischer Kapitelle und Figurenportale in Erinnerung.

Auch die Form des bürgerlich-biederen Medaillons weiss Andreani gekonnt und spielerisch zu verändern und in ein ungeschliffenes, barbarisches Medium zu verwandeln. Seine wilde Horde präsentiert eine ganze Versammlung an Rohlingen, Wüstlingen, Grobianen, Barbaren und Rabauken.

Dominik Imhof

 

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Yvonne Giger


"Tag für Tag"

 

Vernissage: 23. April 18 Uhr

Öffnungszeiten: 24./25. April 16-20 Uhr

Sie und Ihre Freunde sind herzliche eingeladen!

 
Yvonne Giger (*1958) beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit
bei gepard14 hauptsächlich mit Trivialitäten des Alltags.
Der Ausstellungstitel «Tag für Tag» unterstreicht den Aspekt der
Wiederholung in Gigers Werken und die Thematik von Handlungsabläufen,
Gegenständen und Bildern die uns tagtäglich begleiten und  bewusst oder
unbewusst wahrgenommen werden.
So werden immerwährende Situationen und Stimmungen mittels Medium Malerei
festgehalten. Ein werkübergreifendes Element bildet die Unschärfe im
Abbildungsprozess der trivialen Motive.
Ausserdem zeigt Yvonne Giger bei gepard14 erstmalig eine Reihe von fotografischen Überlagerungen, die eine spannende, in sich ambivalente Bildhaftigkeit erlangen.
 

Yvonne Giger - «Tag für Tag»

Yvonne Giger (*1958 in Biel) setzt sich im gepard14 in erster Linie mit der Dinghaftigkeit des Alltages auseinander.
Ausgangspunkt für ihre künstlerische Arbeit bildet das Triviale, das Unspektakuläre und das Objekthafte im tagtäglichen Leben.
In der Ausstellung «Tag für Tag» präsentiert Yvonne Giger uns eine Reihe von Kunstwerken, die die Thematik von Handlungsabläufen, Gegenständen und Bildern aufgreifen, die uns Tag für Tag begleiten und bewusst oder unbewusst wahrgenommen werden. Entstandene Situationen und Stimmungen werden mittels diversen Techniken und Materialien, sowie dem Prinzip der Wiederholung, in den Kunstkontext gerückt. Jedoch nicht durch detailgetreuen Realismus sondern einer objektiven Sicht auf Nebensächliches und Unbeachtetes im Alltag. Die technische Ausführung von gewollter Unschärfe erzeugt als werkübergreifendes und entfremdendes Element eine partielle Überlappung von verschieden voneinander getrennten Lebensbereichen.
Zum einen werden klein- und grossformatige Acrylbilder von gewöhnlichen Alltagssituationen gezeigt. Der Kontrast von s/w dient Giger gleichermassen wie der dynamische Pinselduktus als eloquentes Mittel für die Ausdifferenzierung der verschwommenen Bildinhalte. Durch die Kombination entsteht eine anonymisierte Stimmung in den diffus festgehaltenen Situationen des täglichen Lebens.
Die stärkste Referenz zum Ausstellungstitel «Tag für Tag» lässt sich in der Serie der quadratischen Bilder nachweisen. Die abgebildeten Tablettenblister fungieren als Symbol für eine Handlung, die in der Regel von Tag zu Tag absolviert werden muss. Damit wird der Automatismus in der Handlung thematisiert, der so selbstverständlich für uns ist und dadurch eine gewisse Ausdruckslosigkeit widerfährt. Um dem fehlenden Ausdruck eine sinnbildliche Gestalt zu geben, versucht Yvonne Giger in ihrer seriellen Produktion die individuelle Ausbuchtung von Tablettenblistern und deren repetitiver Charakter mittels unterschiedlicher Farbigkeit dezent zu untermalen.
Ein Novum in Gigers Ausstellungspraxis bilden die rein fotographischen Arbeiten im Postkartenformat. Nutzt Yvonne Giger die Fotographie oftmals als Ausgangpunkt für ihre Malerei, so wird sie im gepard14 erstmalig als Nebenprodukt in Erscheinung treten.
Zwei unterschiedliche Fotographien werden einer Überlagerung unterzogen, die eine ambivalente Bildhaftigkeit erzeugt. So vermögen die doppeldeutigen Motive den Betrachter auf den ersten Blick in die Irre zu führen. Auf den zweiten Blick lässt die Komposition zwei verschiedener Bildinhalte eine neue, expressive Situation entstehen. In diesen Arbeiten lässt sich der Aspekt der Unschärfe in aller Deutlichkeit ausmachen und trägt einen wesentlichen Beitrag zur Entfremdung der jeweils solitären Bildmotive bei.
Die Raumgrösse und Lichtverhältnisse im Gast-Atelier gepard14 boten Yvonne Giger die Möglichkeit, bestehende Arbeiten neu zu interpretieren und gesammelte Ideen umzusetzen. Ausserdem ermutigte sie das neue Umfeld, experimentierfreudig mit Formaten und Materialien umzugehen. So wirken die ausgewählten Bildträger, MDF-Platten und Packpapier ebenso die Blister Sichtverpackung, als gestalterische Referenz für ein alltägliches Gebrauchsmaterial.
Arbeiten aus dem Werkzyklus von Yvonne Giger waren zuletzt bei der Jahresausstellung im Kunstmuseum Olten (2007, 2009) und der Weihnachtsausstellung im Centre Pasquart in Biel (2009) sowie an der art incognito in der Galerie du Soleil, Saignelégier (JU) 2006 und 2008 zu sehen.

-Michael Sutter

 

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www.kathrinracz.ch

www.ht-solutions.ch

www.caroline-singeisen.ch

www.pattynafe.wovenspaces.com/








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florolf

florolf : Florian Glanzmann

"Unikat"

Vernissage:     Freitag 29. Januar 2010 ab 18 Uhr

Öffnungszeiten: Samstag 30. Januar 16-20 Uhr

                Sonntag 31. Januar 16-20 Uhr

 

Sie und Ihre Freunde sind zur Ausstellung herzlich eingeladen!

 

Der Ausstellungszyklus 2010 im gepard14 wird von einem jungen Absolventen der Hochschule der Künste Bern begonnen. Florian Glanzmann (*1981 in Niederbipp, BE) a.k.a. florolf verbindet in seiner Ausstellung «Unikat» zwei handelsübliche Alltagsmaterialien und kombiniert sie zu komplexen Installationen an Wand und Boden. Mit der Zusammenführung von in früheren Arbeiten solitär verwendetem Wellkarton und Styropor, entwickelt florolf im gepard14 eine neue Formensprache innerhalb seines Oeuvres. Aus einem intuitiven und komparativen Arbeitsprozess resultieren pixelhafte Wandbilder, strukturelle Gitterböden und raumbezogene Styropor-Skulpturen.

Zuletzt waren Arbeiten von Florian Glanzmann unter anderem an der Weihnachtsausstellung 2009/10 im Centre Pasquart in Biel, in der Galerie Béatrice Brunner, Bern (Einzelausstellung „Seehsicht, 2009), in der chapelle-nouvel.ch (biel) sowie der Cabane B (Bümpliz Nord) (Einzelausstellungen, 2008) oder auf der Biennale Bern (2005) zu sehen.

www.florolf.ch

 

«Unikat»
Der Ausstellungszyklus 2010 im gepard14 wird von einem jungen Absolventen der Hochschule der Künste Bern begonnen. Florian Glanzmann (*1981 in Niederbipp, BE),auch bekannt als florolf, zeigt in seiner Ausstellung «Unikat» eine Fülle neuartiger Werke, die während seinem zweimonatigen Aufenthalt im offspace gepard14 entstanden sind. Sein Schaffen fokussierte er indes auf eine Kombination früherer Arbeiten, um etwas gänzlich Neues zu entwickeln. Dabei wird unter anderem die bestehende Idee einer Verknüpfung der jeweils solitär verwendeten Materialien Wellkarton und Styropor ausgeweitet. Diese zwei ständigen Begleiter in florolfs Werken generieren in symbiotischer Art und Weise eine neue Formsprache im Künstleroeuvre.

Die grossformatigen Rasterinstallationen an den Wänden suggerieren auf den einzelnen Pixel reduzierte Schriftzüge und kubische Gitterflächen. Auf den ersten Blick ist kaum zu erkennen, dass hinter den komplexen Wandpaneelen ein evolutionistischer Arbeitsprozess steckt, der den Übergang von der Einfachheit zur Komplexität elegant umgeht. Denn die dafür notwendigen Skizzen und Entwürfe sind minimal und relativ spontan auf Papierformat DIN-A4 entstanden.
So benutzen seine Rauminszenierungen ebenfalls die Parameter «einfach» und «komplex» und arbeiten mit dem Prinzip der Wiederholung. Die aus gestecktem Wellkarton „geflochtenen“ Rauminstallationen wirken in sich stabil, zeigen aber bei näherem Betrachten eine äusserst fragile und sorgfältige Gliederung. florolf bewegt sich dabei im Grenzbereich zwischen 2D und 3D. Erwischt man den optimalen Sichtwinkel auf das wellenförmige Objekt, so lässt sich eine (räumliche) Dreidimensionalität in der Struktur erkennen. 

Weniger gerastert wirken die luftig-leichten Styroporskulpturen, welche nach dem Zufallsprinzip entstehen, doch nichtsdestotrotz eine homogene Struktur ergeben. Durch den Zusammenhalt zwischen der feingliedrigen Zahnstocher-Konstruktion und den Styroporwürfeln ergibt sich dem Künstler die Möglichkeit, seine Werke in den Raum zu transferieren. Zeichnen im Raum. Ein potenzielles Versuchsfeld, das florolf noch vermehrt künstlerisch umsetzten möchte.

Text von Michael Sutter