gepard14
Schützenstrasse 14
CH-3097 Liebefeld

 

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Nicolas Bernière

"EXPANSION"

 
Einladung zur Ausstellungseröffnung   Einleitung: Michael Sutter

Freitag 25. März 2022 18 Uhr

Öffnungszeiten: 26. und 27. März 14-19 Uhr

Ein komplett leerer, weisser Ausstellungsraum stand zu Beginn des Projektes von Nicolas Bernière im gepard14. Der Offspace im Liebefeld-Quartier offeriert dem Künstler einen zweimonatigen Atelieraufenthalt (Februar-März) für die Entwicklung einer freien, künstlerischen Arbeit, die Ende März innerhalb einer dreitägigen Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Nun, nach einem Monat Atelierarbeit vor Ort hat sich aus dem anfänglichen Nichts schon sehr viel entwickelt! Nicolas Bernière hat aus dem Material Karton eine eigene Welt erschaffen und bereits sämtliche Dinge hergestellt, die er für seine Arbeit in einem Raum braucht. Beginnend mit den notwendigsten Dingen; ein Stift, ein Messer, einem Teller, einer Tasse. Schnell folgten weitere Alltagsgegenstände aus Karton; Heissleimpistole, Bostitch, wohnliche Pflanzen, eine Bialetti-Kaffeemaschine, eine Musikanlage und noch mehr Vegetation…

Nicolas Bernière schneidet, faltet auseinander, trennt Kartonschichten auf, klebt zusammen, reisst in Stücke, bemalt und zeichnet die Kartonstücke, steckt sie wieder ineinander und lässt alles liegen, damit er es allenfalls wiederverwenden kann. Recycling höchster Güte und mehr als nur Selbstzweck, denn der Künstler möchte auf seinen aufwändigen und intuitiven Arbeitsprozess aufmerksam machen. Er konstruiert sich nach seinen Bedürfnissen die eigene Umwelt, wie es ihm gerade gefällt und je nach Inspirationsquellen und Gedankengänge. So haben es bereits einige Karton-Baumstämme wie auch von der Decke hängende Wasserlilien in den Ausstellungsraum geschafft, während eine grossformatige Kohle-Skizze auf die Gartensituation beim gepard14 verweist. Der Gesamteindruck kommt einem orchestriertes Chaos von Kartongegenständen gleich, die ein Abbild von den Bildern im Kopf des Künstlers wiedergeben. Es handelt sich aber nicht um ein komplettes Durcheinander, sondern ist vielmehr ein organischer Prozess, der am Ende der Residenz mittels eines Videozeitraffers präsentiert wird.

Der Projekttitel «EXPANSION» von Nicolas Bernières Ausstellungsprojekt verweist somit unweigerlich auf seine Arbeitsweise; es wächst und wuchert in alle Richtungen des Raumes, alle Ecken und Winkel werden von den Kartonwerken eingenommen und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Künstler wird am Ende der Atelierzeit den Status Quo seiner Arbeit zeigen, wird sämtliche Neben- und Abfallprodukte als Zeugnisse des Arbeitsprozesses liegen lassen. Während des März-Wochenendes lassen sich sämtliche entstanden Objekte, Konstruktionen, Malereien und Zeichnungen im gepard14 entdecken und lassen das Publikum in den Karton-Kosmos von Nicolas Bernière eintauchen. (Michael Sutter, Februar 2022)

 

 

Au début du projet de Nicolas Bernière au gepard14, il y avait une salle d'exposition blanche et complètement vide. L'offspace du quartier de Liebefeld offre à l'artiste un séjour en atelier de deux mois (février-mars) pour le développement d'un travail artistique libre qui sera présenté au public fin mars dans le cadre d'une exposition de trois jours.

Et bien, après un mois de travail en atelier sur place, le rien initial s'est déjà beaucoup développé ! Nicolas Bernière a créé son propre univers à partir du carton et a déjà fabriqué toutes les choses dont il a besoin pour son travail dans une pièce. En commençant par les choses les plus nécessaires : un stylo, un couteau, une assiette, une tasse. D'autres objets quotidiens en carton ont rapidement suivi ; son pistolet à colle chaude, une agrafeuse, des plantes confortables, une machine à café Bialetti, une chaîne hi-fi, encore plus de végétation.

Nicolas Bernière coupe, déplie, sépare les couches de carton, colle, déchire, peint et dessine les morceaux de carton, les replace les uns dans les autres et laisse le tout pour qu'il puisse éventuellement le réutiliser. Un recyclage de la plus haute qualité et plus qu'une fin en soi, car l'artiste souhaite attirer l'attention sur son processus de travail laborieux et intuitif. Il construit son propre environnement selon ses besoins, comme il l'entend sur le moment et en fonction de ses sources d'inspiration et de ses réflexions. Ainsi, quelques troncs d'arbres en carton et des nénuphars suspendus au plafond ont déjà trouvé leur place dans l'espace d'exposition, tandis qu'une esquisse au fusain de grand format renvoie à la situation du jardin chez gepard14. L'impression générale est celle d'un chaos orchestré d'objets en carton qui reflètent les images que l'artiste a en tête. Ce n’est ni une méthode, ni un désordre complet, mais un processus organique. Processus qui sera mis en évidence sur un support vidéo en fin de résidence.

Le titre "EXPANSION" du projet d'exposition de Nicolas Bernière renvoie donc inévitablement à sa méthode de travail ; il pousse et prolifère dans toutes les directions de l'espace, tous les coins et recoins sont occupés par les œuvres en carton et aucune fin n'est en vue. Au contraire : à la fin de l'atelier, l'artiste montrera le statu quo de son travail, laissera tous les sous-produits et déchets comme témoins du processus de travail. Pendant le week-end de mars, l'ensemble des objets, constructions, peintures et dessins réalisés seront à découvrir au gepard14 et permettront au public de se plonger dans le cosmos de carton de Nicolas Bernière. (Michael Sutter, février 2022)

Vernissage

FR 25 mars 2022, 18.00 heures


Exposition ouverte

SA 26 mars 2022, 14.00 à 19.00 heures

DIM 27 mars 2022, 14.00 à 19.00 heures

 

Bildergalerie

 

 

EXPANSION from * on Vimeo.

 

 

 

 

 

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Adrien Rihs
Correspondances

 
Öffnungszeiten der Ausstellung:
Donnerstag, 27. Januar - Samstag, 29. Januar 2022
jeweils 17-21 Uhr
 
Correspondances ist ein Gedicht von Baudelaire.
Correspondances ist der Titel der Ausstellung von Adrien Rihs im gepard14.

«Correspondances* ist ein Thema, mit dem ich mich immer wieder auseinandergesetzt habe. Sie bilden einen wichtigen Bestandteil in meiner Kunst.» sagt der Künstler.


Persönliche Erfahrungs- und Erlebniswelt
Adrien Rihs fügt hinzu: «Das Gedicht von Baudelaire diente als Basis für meine Reflexion während des zweimonatigen Aufenthalts im Atelier vom gepard14, eine Reflexion, die sich aber auch mit meiner bisherigen Arbeit beschäftigte. Dabei bildet das Gedicht einen Ausgangspunkt, der die Brücke schlägt zu meiner eigenen Welt, zur Reflexion über mich selbst und meiner künstlerischen Tätigkeit.»

Die Ausstellung Correspondances zeigt somit eine persönliche Erfahrungs- und Erlebniswelt, in der der Künstler sehr viel von sich selbst preisgibt. Die Ausstellungsbesucher*innen dürfen sich überraschen lassen: vielleicht werden sie diverse Correspondances zu ihrer eigenen Welt finden.

Warum Correspondances?
«Vielleicht liegt es daran, dass man als Angehöriger einer anderen Sprachregion immer wieder nach Correspondances zu seiner eigenen Mentalität, Kultur und Sprache sucht oder umgekehrt zur Mentalität, Kultur und Sprache, in der man fremd ist. Man steht zwischen zwei Welten, weder der einen noch der anderen ganz zugehörend. Die neue Identitätsbildung entsteht über die Correspondances, die tagtäglich eine neues Entdeckungs- und Experimentierfeld bedeutet.

«Das Leben zwischen zwei Welten und die tägliche Auseinandersetzung damit ist eine besondere Inspirationsquelle für mein Kunstschaffen.» stellt der Künstler fest.

Ephemere Kunst als Markenzeichen
Adrien Rihs ist in Bern kein Unbekannter. Er hat in Bern zwei Kunstprojekte initiiert und kuratiert – Office goes Art, gefolgt von ArtStadtBern – die weit über die Stadtgrenzen hinaus grosse Beachtung gefunden haben.

Als Kunstschaffender ist er bekannt dafür, dass er sich Räumen annimmt, um daraus Kunsträume zu machen. In seinen Werken vermischt sich die Projektkunst mit dem, was er „Kunst für einen Augenblick“ nennt: Je nachdem werden seine Kunstwerke nach einer Ausstellung vernichtet, zu Neuem verarbeitet oder weiterentwickelt. So ändern sie jeweils immer wieder ihr Gesicht und sind nur während einer Ausstellung in einer bestimmten Form sichtbar.

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*Wie soll der Begriff Correspondances ins Deutsche übersetzt werden? Korrespondenzen? Entsprechungen? Die beiden Begriffe decken vielleicht nicht genau das ab, was dieser Begriff im Französischen ausdrückt. Ausserdem fehlt ihnen vermutlich die poetische Kraft, die diese Bezeichnung in der französischen Sprache besitzt. Hat etwa deswegen Stefan George in seiner Übersetzung der Blumen des Bösen dem Gedicht von Baudelaire den Titel Einklänge gegeben?

 

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