
OPEN HOUSE
Christian Gräser ist artiste en résidence im Gepard14 während der Monate Februar und März. Dabei befasst er sich zuerst einmal mit Mauerwerk.
Mauern definieren Raum, sie können Zusammenhalt oder Trennung schaffen. Stein auf Stein - es ist ein Spiel mit Schwerkraft und Leichtigkeit. Im Experiment werden gewohnte Materialien aufs Neue erprobt. Möglich ist auch, dass sich Geschichten begegnen und neue Perspektiven eröffnen. Das Haus ist offen.
Vernissage: Freitag, 6.3.2026 18:00 – 21:00
Ausstellung offen:
Samstag, 7.3. 13:00 – 17:00*
Sonntag, 8.3. 13:00 – 17:00*
Sonntag, 15.3. 13:00 – 17:00*
Samstag, 21.3. 13:00 – 17:00*
Sonntag, 22.3. 13:00 – 17:00*
Finissage mit ATC artist-trading-cards session
*special feature: Wortbildwortbild
Raumpoesie
Zum Verstehen seiner Arbeitsweise appelliert Christian Gräser an unsere Phantasie. Angefangen hat seine jüngste Arbeit unspektakulär.
Mit zu Kistchen zusammengeklebten Druckpapierbögen hat er an einer Schaufensterscheibe eine illusorische Mauer hochgezogen.
Im Verlauf der Arbeit entstand ein raumfüllendes, materialisiertes Traumgebilde, das sich nach wenigen Wochen wieder in nichts auflösen wird.
Walo von Fellenberg


Liebe Freunde von Helmuth K.
Meine Entdeckungsreise im Liebefelder Kunstraum neigt sich bald dem Ende zu. Es war eine spannende Zeit. Mein Computer spuckt zwar noch immer letzte Geschichten von Helmuth K. aus und auch die Künstler*innen, die ich für meine Recherche eingeladen habe sind fast am Ziel ihrer kreativen Reise.
Helmuth K. himselv ist auch im Liebefeld nicht aufgetaucht – aber keine Sorge! Wir haben trotzdem eine ganze Menge faszinierender Geschichten über ihn zusammentragen können. Und genau diese möchten wir Ihnen in einer facettenreichen Ausstellung präsentieren.
Wir würden uns sehr freuen, Sie bei uns begrüssen zu dürfen und gemeinsam in die Welt von Helmuth K. einzutauchen!
Herzlich, Meinrad Feuchter
Schlussveranstaltung «K eine Ahnung von Helmuth K.»
Mit: Fabian Suter // Roberto De Luca // Marco Giacomoni // Lucyenne Hälg // Adela Picón // Gigga Hug // Dominik Lipp // Carlo Schmidt // Meinrad Feuchter
Vernissage: Freitag 23, Januar, ab 18 Uhr
Michael Sutter, Kunsthistoriker, Bern wir diese Veranstaltung moderieren
Weitere Öffnungszeiten:
// Samstag, 24. Januar 13 – 17 Uhr
// Sonntag, 25. Januar 13 – 17 Uhr
Veranstaltungsort
Kunstraum Gepard14 // Schützenstrasse 14 // CH-3097 Liebefeld
«K eine Ahnung von Helmuth K.»
Ein Ausstellungsprojekt von Meinrad Feuchter
Begleittext von Michael Sutter
Projektbeschreibung
Im Offspace-Kunstraum gepard14 in Liebefeld initiierte der Künstler
Meinrad Feuchter mit seinem Kunstprojekt «K eine Ahnung von Helmuth
K.» eine fiktionale Entdeckungsreise zur Identität einer Person,
die es mutmasslich gab, aber wir eigentlich nicht wirklich etwas
über sie wissen, ausser ein paar Fakten... Ausgangspunkt des
Projekts ist die Figur Helmuth K., dessen Geschichte sich im Verlauf
der Recherche aus generierten Texten, erzählerischen Fragmenten und
künstlerischen Beiträgen entfaltet hat.
Für das Ausstellungsprojekt hat Meinrad Feuchter einen jahrelang
verstauten Fundus an Briefen, alten Fotoalben, Fundgegenständen,
Zeitungsartikeln etc. wieder reaktiviert und im gepard14 eine
raumgreifende Auslegeordnung (diese ist nur noch in kompakter Form
im kleineren Raum sichtbar) drapiert. Die Dinge stammen allesamt
aus dem ehemaligen Restaurant Mühlehof Gösgen in Niedergösgen,
worin Meinrad Feuchter im Jahr 2011/2012 unter den Titeln
«Cinderella» und «Helmuth K.» bereits erste Ausstellungsprojekte
realisierte. Schon anno dazumal lud Meinrad Feuchter verschiedene
Kunstschaffende ein – u.a. auch Marco Giacomoni, Gigga Hug, Fabian
Suter, Roberto De Luca und Adela Picón – mit der Absicht, sich mit
dem ehemaligen Gasthof Mühlehof und seinen übriggebliebenen
Gegenständen und Geschichten auseinanderzusetzen. Helmuth K.
kristallisierte sich dabei als Name des über Nacht verschwundenen,
letzten Bewohners des Mühlehofs heraus. Diese Figur dient innerhalb
des Ausstellungsprojektes im gepard14 als Metapher für das
Weiterspinnen von Erzählerischem, sei es sagenhaft, märchenhaft,
fabelhaft oder legendenhaft. Gleichzeitig verweist dieses Vorgehen
auch auf das aktuelle, politische Weltgeschehen – wenn man führenden
Politiker:innen jeweils bei ihren Reden zuhört, ergibt sich oftmals
ein ähnlich verworrener Informationsbrei an Halbwahrheiten,
unbegründeten Behauptungen und falschen Fakten.
Auch wenn Helmuth K. selbst in Liebefeld nicht in Erscheinung tritt,
entstand im experimentellen Prozess ein vielschichtiges Geflecht
aus Erzählungen und Interpretationen zu seiner Persönlichkeit, die
niemand wirklich kennt. Die eingeladenen Künstler:innen näherten
sich der Figur aus unterschiedlichen Perspektiven an und
entwickelten eigene Arbeiten im Spannungsfeld von Fiktion,
Autorschaft und Identitätskonstruktion – jeweils in ihren
künstlerischen Medien umgesetzt.
Die Ausstellung im gepard14 versammelt diese visuellen und
erzählerischen Ergebnisse und lädt dazu ein, selbst in die
imaginierte Welt von Helmuth K. einzutauchen und dabei eigenen
Gedankenspielen freien Lauf zu lassen.
Fabian Suter – Hel und Mut K.
Ausgehend von den aufgefundenen und im gepard14 inszenierten
Fotobüchern aus dem Ausstellungsfundus von Meinrad Feuchter setzt
sich Fabian Suter mit Erinnerung, Bildarchiv und persönlicher
Projektion auseinander. Die Fotografien in den Alben – welche man
normalerweise in Kellern oder Estrichs lagert – dienen als Auslöser
einer imaginierten Geschichte von Hel und Mut K., die sich beim
Betrachten der alten Fotos im Inneren von Fabian Suters Gedanken
formte. Diese kurze Erzählung wird gemeinsam mit ausgewählten
Fotografien in einem Leporello zusammengeführt und als
fragmentarische Erinnerung erfahr- und sichtbar gemacht.
Roberto De Luca – Kommt heraus, Mr. K.
In seinem künstlerischen Beitrag setzt sich Roberto De Luca mit der
rätselhaften Figur Helmuth K. als Projektionsfläche existenzieller
Fragen auseinander. Ausgangspunkt ist eine Installation aus sieben
Spiegeln, die eine Konfrontation mit dem eigenen Selbst und dem
Nichts inszeniert. Im Dialog mit einem wiederentdeckten Bild, das
für den Roberto De Luca die Figur des Teufels verkörpert, entsteht
ein theatraler Raum zwischen Selbstbefragung, Mythos und Identität.
Das Werk bezieht sich auf eine literarische Tradition der
Teufelsfigur – von Dante über Shakespeare, Milton, Goethe und
Dostojewski bis zu Tolstoi – und findet seinen zeitgenössischen
Bezug in George Bernard Shaws Superman – Intermezzo
(Teufelsmonolog). Diese Auseinandersetzung mündet in die Arbeit
Kommt heraus, Mr. K., die Offenheit, Zweifel und innere Dialoge
sichtbar macht.
Lucyenne Hälg – Das K(eine) Ahnung Helmuth-K Spiel
In ihrer Arbeit entwickelt Lucyenne Hälg ein offenes Spiel im
unsicheren Raum zwischen Wissen und Nichtwissen. Ausgangspunkt ist
die abwesende, möglicherweise nie existente Figur Helmuth K., die
als Projektionsfläche für Vermutungen, Hypothesen und
widersprüchliche Erzählungen dient.
Das Spiel basiert auf Halbwissen, falsch erinnerten Ereignissen,
Spekulationen und absurden Gedankenspielen. In einem gemeinsam
genutzten Spieltisch-Setting entsteht ein kollektiver Denk- und
Erzählraum, in dem Realität, Fiktion und Zufall ineinander
übergehen. Helmuth K. bleibt dabei unauffindbar – oder war
vielleicht die ganze Zeit anwesend.
Marco Giacomoni – HK-Haiku
In seiner Arbeit HK-Haiku greift Marco Giacomoni eine in China
verbreitete Praxis auf, Suchmeldungen vermisster Personen auf
Essbesteck zu drucken und überträgt diese Idee auf sieben silberne
Löffel. In die Vertiefung der Löffel sind mit Schlagbuchstaben kurze
Texte eingraviert.
Die Gedichte basieren auf Textmaterial aus Werbung, amtlicher
Korrespondenz, Vereins- und Alltagspoesie sowie persönlicher
Schriftstücke aus dem Nachlass des Gasthofs Mühlehof in
Niedergösgen. Ein KI-basiertes Programm generierte daraus Haikus –
japanische Kurzgedichte – als zeitgenössische Form poetischer
Verdichtung.
Zur Ausstellungseröffnung werden die Löffel performativ aktiviert:
Besucher:innen können mit ihnen Suppe essen, wodurch sich die Suche
nach Helmuth K. auf sinnliche und poetische Weise im Alltag
verankert.
Adela Picón – Stabelle
In ihrem Ausstellungsbeitrag Stabelle verknüpft Adela Picón
Erzählung, Recherche und Fiktion. Ausgangspunkt ist eine Chinareise
der Pipa-Spielerin Yang Jing nach Chongqing, deren grosser Markt
als Schauplatz globaler Warenströme und möglicher Spuren dient.
Für die Ausstellung «K eine Ahnung von Helmuth K.» entfaltet Adela
Picón eine narrative Verbindung zwischen dieser Reise, Referenzen
aus dem Projekt Cinderella von 2011 und dem rätselhaften
Verschwinden von einer spurlos verschwundenen Person aus
Niedergösgen. In einer spekulativen Erzählung entsteht die
Vermutung, die gesuchte Person habe sich nach einem Diebstahl nach
China abgesetzt und dort ein voluminöses Objekt veräussert.
Die Arbeit wird im Raum durch ein Poster, einen Text mit QR-Code
zur Online-Lektüre sowie die Fotografie eines zentralen Objekts –
der sogenannten Stabelle – präsentiert und verbindet lokale
Geschichte mit globaler Imagination.
Gigga Hug – I WAS HERE 2026
In der Fotoserie I WAS HERE 2026 untersucht Gigga Hug Abwesenheit
über Spuren und Fragmente statt über direkte Darstellung.
Alltagsgegenstände werden zu Trägern von kurzen Texten, die wie
Beweisstücke wirken, jedoch keine Gewissheit über Herkunft oder
Bezug geben. Aussagen wie «i was here», «because I was» oder «you
a memory» erzeugen ein Gefühl von Anwesenheit, obwohl die Person
selbst fehlt. Die Arbeit dokumentiert nicht das Weggehen, sondern
den Zustand danach: Mehr Hinweise führen nicht zu mehr Klarheit. So
entsteht ein offener Raum, in dem Erinnerung, Projektion und
Interpretation nebeneinander existieren – ein Spiel zwischen
Präsenz, Abwesenheit und der Unsicherheit von Daten und
Informationen.
Carlo Schmidt
Carlo Schmidt entwickelt seine Installation ausgehend von den
Ausstellungsprojekten von Meinrad Feuchter, in denen Unterlagen,
Gegenstände und Dokumente aus der Räumung des Mühlehofs im Jahr
2011 präsentiert wurden.
Für sein Projekt fotografierte Carlo Schmidt einzelne Objekte,
Texte und Dokumente aus den bisherigen Ausstellungen und suchte in
seinem eigenen Kunstfundus nach Arbeiten, die inhaltlich oder
formal eine neue Beziehung zu diesen Dingen herstellen. Die
Installation umfasst neun Kunstwerke, die jeweils eigenständig
wirken, daneben aber die Verbindung zu den Ausgangsobjekten
verdeutlichen. Jedes Werk wird von dem zugehörigen Foto aus Meinrad
Feuchters Ausstellung begleitet, sodass die Besucher:innen den
Dialog zwischen den historischen Objekten und Schmidts
künstlerischer Interpretation visuell und inhaltlich nachvollziehen
können.
Die ausgewählten Arbeiten, wie auch die Mühlehof-Gegenstände, geben
ihre Geschichten nur teilweise preis und wirken als stille Zeugen.
In der Tonalität der Installation dominieren kalte, zurückhaltende
Farbtöne – grau, schwarz, silber, weiss, metallisch – die die Werke
als abgestimmtes Ensemble erscheinen lassen.
Meinrad Feuchter
Meinrad Feuchter initiierte 2011 die beiden Ausstellungen
«Cinderella» und «Helmuth K.» im ehemaligen Restaurant Mühlehof in
Niedergösgen, lud jeweils Künstler:innen dazu ein und hat nun im
gepard14 eine Weiterentwicklung realisiert. Haben sich die
eingeladenen Künstler:innen mit dem Mühlehof an sich
auseinandergesetzt, widmen sie sich nun dem von Meinrad Feuchter
zusammengetragenen und über die Jahre eingelagerten Fundus. Er
präsentierte im Vorfeld der Vernissage eine umfassende
Auslegeordnung von Objekten, Texten, Fotoalben und Dokumenten, die
mutmasslich im Zusammenhang mit Helmuth K. stehen könnten.
Im Kunstraum gepard14 erzählte Meinrad Feuchter den eingeladenen
Künstler:innen zahlreiche Geschichten und Anekdoten – teils belegt,
teils fiktiv – und verfasste selbst mehrere Kurztexte, die eine
spekulative Geschichte über die Figur Helmuth K. entfalten. Diese
befinden sich in gebundener Form im kleineren Ausstellungsraum auf
den Holzkisten. Die schriftliche Arbeit schafft so einen narrativen
und kuratorischen Rahmen, in dem Realität, Fiktion und
künstlerische Interpretation miteinander in Dialog treten.
Dominik Lipp - Performance
Der Künstler wird eine Performance an der Vernissage aufführen. Er
hat viele Ideen für die Performance und wird einzelne Ideen-
Fragmente direkt im Kunstraum zusammenführen und mit dem Ort bzw.
der Ausstellung interagieren. Ob die Performance im Innern oder im
Aussenraum stattfindet, ist ebenfalls noch offen. Dauer: Ca. 30
Minuten

K eine Ahnung von Helmut K
Eine Kabinettausstellung um eine verschollene Person.
Anfang Dezember hat der Solothurner Kunstschaffende Meinrad Feuchter für zwei Monate die Gepard 14 Räume bezogen. In der Zeit bis Ende Januar soll darin eine Geschichte entstehen, mit Fundstücken, die er vor fünfzehn Jahren bei der Räumung des Gasthauses «Mühlhof» in Niedergösgen entdeckt hat. Schrittweise werden der Ausstellung weitere Objekte, Bilder und Texte zugeführt, die mit den gefundenen Sachen primär nichts zu tun haben, aber die Erzählung beeinflussen. So wächst die Ausstellung und verändert sich auch inhaltlich, ähnlich wie beim Tradieren von überlieferten Geschichten. Ein akkurates Projekt zur dunklen (Jahres)Zeit.
Meinrad Feuchter freut sich über Ihren Besuch während dem Ausstellungsprozess im Kunstraum. Sie erreichen ihn vorweg mit der Nummer: 079 831 48 23
An der Schlusspräsentation vom 23. – 25. Januar 2026 werden weitere Kunstschaffende mit eigenen, spezifischen Werken teilnehmen. Eine entsprechende Einladung erhalten Sie im Januar.