Quartier ist hier. Mittendrin wir | Lea Fröhlicher und Olivia Hegetschweiler

Im Rahmen unserer Einladung für eine Residenz im Kunstraum Gepard 14 möchten wir das Quartier und die Umgebung besser kennenlernen. Ganz nach dem Motto: Wir nicht von hier, aber ihr. Durch gezielte Aktionen wollen wir in Kontakt kommen mit Quartierbewohnenden und weiteren interessierten Menschen. Dazu nutzen wir verschiedene Kommunikations-Werkzeuge wie zum Beispiel die grossen Fensterflächen des Gepard 14. Wir werden Impulse und Wortmeldungen der Quartierbewohnenden und weiteren Passant:innen zu gewissen Themen und Fragen sammeln, um darauf mit künstlerischen Umsetzungen zu reagieren. Die gesammelten Inputs sind der Ausgangspunkt für mehrere so genannte Zusammenkünfte. Das Publikum wird Teil des künstlerischen Prozesses, tut mit oder wir verweilen einfach zusammen.

Ankommen – Hallo zusammen!

Kommt herein, am Samstag 2. Mai 2026, wir sind neu hier!

Ab 15 Uhr Eintreffen und Apéro, Znacht ab 18 Uhr.

Ab dann werden wir regelmässig:

Fragen stellen

Über die Fensterscheiben werden Fragen gestellt.

Diese werden jeweils an folgenden Daten kommuniziert und sind dann 24/7 anzuschauen:

- Donnerstag 7. Mai 2026

- Donnerstag 28. Mai 2026

- Mittwoch 17. Juni 2026

Im Prozess sein

Wir tauschen uns mit euch aus. Der Raum und die Telefonlinie sind offen für eure Inputs. An folgenden Daten sind wir von 12 Uhr bis 20 Uhr vor Ort:

- Dienstag 12. Mai 2026

- Mittwoch 3. Juni 2026

- Donnerstag 25. Juni 2026

Zusammenkommen

Die gesammelten Inputs sind der Ausgangspunkt für mehrere sogenannte Zusammenkünfte. Jeweils von 12 Uhr bis 20 Uhr:

- Samstag 23. und Sonntag, 24. Mai 2026

- Samstag 13. Juni 2026

Weitergehen – Auf bald!

Am Samstag 27. Juni 2026 findet die dritte und letzte Zusammenkunft statt. Das war’s von uns von hier. Ab 12 Uhr bis alles leer getrunken und gegessen ist.

Zu den Künstlerinnen

Seit 2017 arbeiten Lea Fröhlicher und Olivia Hegetschweiler, regelmässig zusammen. In dieser gemeinsamen künstlerischen Arbeit bespielen sie ortsspezifisch die unterschiedlichsten Räume verschiedenster Institutionen (u.a. Akku Emmenbrücke, DOCK Basel, Kunstraum Satellit Thun, Kunstmuseum Olten). Orte, deren unmittelbare Umgebung und ihre Eigenheiten, zum Teil deren Vergangenheit und mögliche Zukunftsvisionen spielen immer wieder eine Rolle bei ihren Projekten und Arbeitsweisen. Sei es ein ehemaliges Theater, eine seit Jahren geschlossene Fabrik oder das Zürcher Rathaus. Im Prozess entstehen raumgreifende Installationen, interaktive Setzungen, Aktionen und performative Situationen. Mit ihrem Schaffen möchten sie Erinnerungen, vertrauten Handlungen und Identitäten von Orten nachspüren.

«Ihre Werke zeichnen sich durch eine lebendige Interaktion mit dem Publikum und die Fähigkeit aus, alltägliche Situationen in überraschende Erlebnisse zu verwandeln. In ihren Aktionen überwinden sie oft die Grenzen traditioneller Kunstkontexte, indem sie auch in Alltagsorten wie Rathäusern oder Bushäuschen performen. Ihre Kunstwerke haben selten Warencharakter und entstehen vorwiegend in situativen Momenten mit ihrem Publikum, was Fragen zur Lebensfähigkeit aus Kunst aufwirft.» (Ausschnitt aus der Medienmitteilung der Stadt Olten zur Vergabe des Auszeichnungspreises der Stadt Olten 2025)

Bildcredit:

Fotografie: Carolina Piasecki

 

 

 

 

 

Social Fermentation Club Gepard14 : ACT 02
(folgend auf den vorherigen Workshop)

Der Social Fermentation Club Gepard14 setzt sich als Plattform fort, auf der Fermentation die Möglichkeit bietet, sich zu versammeln, auszutauschen und gemeinsam zu experimentieren.

Wir laden zu einem zweitägigen Treffen ein, um die Prozesse fortzusetzen, die Anfang dieses Jahres begonnen wurden – parallel zu einem laufenden Fermentationsproduktionsprojekt.

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Tag 1: Samstag, 2. Mai 2026 18:00 – 21:00 Uhr
„Eat the Rich in Kimchi“ – Gesellig – Essen -Workshop


Wir werden das während des ersten Workshops eingelegte, und in der Erde gereifte Kimchi ausgraben und es in einem gemeinsamen Essen teilen.

Diese Zusammenkunft basiert auf Glück – sowohl als körperlichen als auch sozialen Zustand. Milchsäurebakterien, die durch Fermentation entstehen, werden mit Stimmungsregulation und der Darm-Hirn-Verknüpfung in Verbindung gebracht, während gemeinsames Essen einen Raum für kollektive Freude schafft!

Teilnehmer:Innen, die bei der Vorbereitung mitwirken möchten, sind ab 15:00 Uhr willkommen.
Alle Speisen sind vegan, mit glutenfreien Optionen.

 

Freiwillige Kollekte
Anmeldung erforderlich bis am 26. April


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Arbeitsgruppe: Bülacher Universal Einmachglas


Im Rahmen eines laufenden künstlerischen Forschungsprojekts bilden wir eine Arbeitsgruppe für eine langfristige kollektive Untersuchung des Bülacher Universal Einmachglas das als Teil des Schweizer Kulturerbes gilt.

Wir begrüßen alle Menschen mit Erinnerungen, Geschichten oder Interesse am Bülacher Universal Einmachglas – ebenso wie diejenigen, die damit als Fermentationsgefäß experimentieren möchten zu einem Austausch.

Diese Sitzung wird als Teil des Forschungsprozesses audio- und videoaufgenommen.

Kostenlose Teilnahme
Anmeldung erforderlich bis am 26. April


Dieses Projekt wird unterstützt von der Stadt Genf und dem Kanton Genf.

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Ferments Underground @ Gepard14

Neben den Workshops präsentiert Ferments Underground eine Auswahl fermentierter Lebensmittel, die durch künstlerische Forschung entwickelt wurden und auf veganen und biologischen Praktiken basieren.

Eine Auswahl der verfügbaren Produkte wird bald hier bekanntgegeben.

Frisch produziert von Byungseo Yoo.
Reservationen sind per E-Mail möglich.

 

 

 

Social Fermentation Club Gepard14 : ACT 02
(following the previous workshop)

 

The Social Fermentation Club Gepard14 continues as a platform where fermentation becomes a way to gather, share, and experiment collectively.

 

All food is vegan, with gluten-free options available.

 

We invite you to a two-day gathering in May, continuing the processes initiated earlier this year — alongside an ongoing fermentation production project.

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Day 1: Saturday, May 2, 2026 (18:00 – 21:00)
“Eat the Rich in Kimchi” – Convivial Dining Workshop

 

We will unearth the kimchi buried during the first workshop and share it through a communal meal.

 

This session focuses on happiness — both as a bodily and social condition. Lactic acid bacteria, produced through fermentation, are increasingly linked to mood regulation and the gut-brain connection, while eating together creates a space for collective joy.

 

Participants who wish to join the preparation are welcome from 14:00.

 

Voluntary donation
Registration required until 26. April

 

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Day 2: Sunday, May 3, 2026 (11:00 – 15:00)
Working Group: Bülach Universal Jar

 

As part of an ongoing artistic research project, we are forming a working group for a long-term collective inquiry into the Bülach Universal Jar, considered part of Swiss cultural heritage.

 

The direction of this group remains open. We welcome anyone with memories, stories, or interest in the jar — as well as those who would like to experiment with it as a fermentation vessel.

 

This session will be audio and video recorded as part of the research process.

 

Free participation
Registration required until 26.April

 

This session is supported by the City of Geneva and the Canton of Geneva.

 

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Ferments Underground @ Gepard14

 

Alongside the workshops, Ferments Underground presents a selection of fermented foods developed through artistic research, grounded in vegan and organic practices.

 

A selection of available products will be announced here soon.

 

Freshly produced by Byungseo Yoo.
Reservations possible via email.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

SONJA CRONE UND KARIN DERUNGS

RESONANZ - WENN WIR UNS WUNDERN

 

Resonanzgefüge aus Collage-Frottagen sowie Gedichtzeilen von Sonja Crone und Malerei auf Tüchern von Karin Derungs

 

VERNISSAGE FREITAG 24. APRIL UM 18 UHR

SAMSTAG 25. APRIL 13 - 18 UHR

SONNTAG 26. APRIL 13 - 18 UHR

15 Uhr Lyrik-Lesung Sonja Crone und theoretischer Input von Karin Derungs zum Thema sowie offene Fragerunde

Die Künstlerinnen sind an allen Tagen vor Ort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johanna Pärli - Yanqiu FeiHarlis Schweizer Hadjidj

 

Paris im Frühjahr 2024 - da begann das Projekt ROSA, eine Kollaboration zwischen der chinesische Filmemacherin    Yanqiu Fei und der Berner Kontrabassistin Johanna Pärli.In der Cité international des arts de Paris haben sie sich kennen und schätzen gelernt. Auf ihren gemeinsamen Streifzügen durch die dichte Stadthrte ihr Austausch zu einer künstlerischen Zusammenarbeit über einen der meist besuchten Orte Paris: der Metro. Aus den verschiedenen Perspektiven ihrer Sparten beobachteten sie den Alltag in der Pariser Metro und die Geschichten derer Fahrgäste. Mit Kontrabass, Aufnahmegerät und Filmkamera ausgerüstet entstand spannendes Bild- und Fieldrecordingmaterial - die Grundlage für das nach Johannas Kontrabass benannte Projekt: ROSANeben dem Musikvideo ROSA erarbeitet und zeigt Johanna Pärli im gepard14 erstmal eine Klang-Musik-Film-Performance, die Improvisation, Fieldrecordings mit Metrogeschichten verbindet.

Das Open Studio der Residenz im gepard14 steht ganz im Zeichen des künstlerischen Austausches, wie er in der Cité des arts de Paris gelebt wird. Johanna Pärli lädt die ebenfalls in der Cité kennengelernte Künstlerin Harlis Schweizer Hadjidj ein, den Raum gemeinsam zu gestalten. Harlis zeigt eine Auswahl von Zeichnungen der Serie Printemps 2024, Paris installiert als Atelierwand über Menschen unterwegs, entstanden während ihrer Residenz in der Cité.

Gemeinsam mit dem Publikum werden die Eindrücke beim kollektiven Instant-Zeichnen zu einem gemeinsamen Werk verwoben.


Freitag 17. April

Open Studio: 17:00 - 20:00 Uhr
19:00 Instant-Zeichnen mit Harlis Hadjidj Schweizer und Kontrabassimprovisationen von Johanna Pärli

 

Samstag 18. April

Open Studio: 17:00 20:00 Uhr
Performance 20:00–20:30 Uhr von Johanna Pärli mit einem Film von Yanqiu Fei; danach Instant-Zeichnen mit Harlis Schweizer Hadjidj & Kontrabassimprovisationen von Johanna Pärli

 

Sonntag 19. April

Open Studio 14:00–15:00 Uhr
mit Kurzführung und Gespräch über die Residenz in der Cité des arts de Paris mit den Künstlerinnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christian Gräser

OPEN HOUSE

Christian Gräser ist artiste en résidence im Gepard14 während der Monate Februar und März. Dabei befasst er sich zuerst einmal mit Mauerwerk.

Mauern definieren Raum, sie können Zusammenhalt oder Trennung schaffen. Stein auf Stein - es ist ein Spiel mit Schwerkraft und Leichtigkeit. Im Experiment werden gewohnte Materialien aufs Neue erprobt. Möglich ist auch, dass sich Geschichten begegnen und neue Perspektiven eröffnen. Das Haus ist offen.


Vernissage: Freitag, 6.3.2026 18:00 – 21:00 

 

Ausstellung offen:
Samstag, 7.3.  13:00 – 17:00*
Sonntag, 8.3.  13:00 – 17:00*

Sonntag, 15.3. 13:00 – 17:00*

Samstag, 21.3. 13:00 – 17:00*

Sonntag, 22.3. 13:00 – 17:00*
Finissage mit ATC artist-trading-cards session

 

*special feature: Wortbildwortbild

 

Raumpoesie

Zum Verstehen seiner Arbeitsweise appelliert Christian Gräser an unsere Phantasie. Angefangen hat seine jüngste Arbeit unspektakulär.

Mit zu Kistchen zusammengeklebten Druckpapierbögen hat er an einer Schaufensterscheibe eine illusorische Mauer hochgezogen.

Im Verlauf der Arbeit entstand ein raumfüllendes, materialisiertes Traumgebilde, das sich nach wenigen Wochen wieder in nichts auflösen wird.

Walo von Fellenberg

 

Bildergalerie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Freunde von Helmuth K.

Meine Entdeckungsreise im Liebefelder Kunstraum neigt sich bald dem Ende zu. Es war eine spannende Zeit. Mein Computer spuckt zwar noch immer letzte Geschichten von Helmuth K. aus und auch die Künstler*innen, die ich für meine Recherche eingeladen habe sind fast am Ziel ihrer kreativen Reise. 
Helmuth K. himselv ist auch im Liebefeld nicht aufgetaucht – aber keine Sorge! Wir haben trotzdem eine ganze Menge faszinierender Geschichten über ihn zusammentragen können. Und genau diese möchten wir Ihnen in einer facettenreichen Ausstellung präsentieren.

Wir würden uns sehr freuen, Sie bei uns begrüssen zu dürfen und gemeinsam in die Welt von Helmuth K. einzutauchen!
 

Herzlich, Meinrad Feuchter

 

Schlussveranstaltung «K eine Ahnung von Helmuth K.»


Mit: Fabian Suter // Roberto De Luca // Marco Giacomoni // Lucyenne Hälg // Adela Picón // Gigga Hug // Dominik Lipp // Carlo Schmidt // Meinrad Feuchter


Vernissage: Freitag 23, Januar, ab 18 Uhr

 

Michael Sutter, Kunsthistoriker, Bern wir diese Veranstaltung moderieren


Weitere Öffnungszeiten:

// Samstag, 24. Januar 13 – 17 Uhr

// Sonntag, 25. Januar 13 – 17 Uhr
 

 

Veranstaltungsort
Kunstraum Gepard14 // Schützenstrasse 14 // CH-3097 Liebefeld
 

 

«K eine Ahnung von Helmuth K.»
Ein Ausstellungsprojekt von Meinrad Feuchter
Begleittext von Michael Sutter


Projektbeschreibung
Im Offspace-Kunstraum gepard14 in Liebefeld initiierte der Künstler
Meinrad Feuchter mit seinem Kunstprojekt «K eine Ahnung von Helmuth
K.» eine fiktionale Entdeckungsreise zur Identität einer Person,
die es mutmasslich gab, aber wir eigentlich nicht wirklich etwas
über sie wissen, ausser ein paar Fakten... Ausgangspunkt des
Projekts ist die Figur Helmuth K., dessen Geschichte sich im Verlauf
der Recherche aus generierten Texten, erzählerischen Fragmenten und
künstlerischen Beiträgen entfaltet hat.
Für das Ausstellungsprojekt hat Meinrad Feuchter einen jahrelang
verstauten Fundus an Briefen, alten Fotoalben, Fundgegenständen,
Zeitungsartikeln etc. wieder reaktiviert und im gepard14 eine
raumgreifende Auslegeordnung (diese ist nur noch in kompakter Form
im kleineren Raum sichtbar) drapiert. Die Dinge stammen allesamt
aus dem ehemaligen Restaurant Mühlehof Gösgen in Niedergösgen,
worin Meinrad Feuchter im Jahr 2011/2012 unter den Titeln
«Cinderella» und «Helmuth K.» bereits erste Ausstellungsprojekte
realisierte. Schon anno dazumal lud Meinrad Feuchter verschiedene
Kunstschaffende ein – u.a. auch Marco Giacomoni, Gigga Hug, Fabian
Suter, Roberto De Luca und Adela Picón – mit der Absicht, sich mit
dem ehemaligen Gasthof Mühlehof und seinen übriggebliebenen
Gegenständen und Geschichten auseinanderzusetzen. Helmuth K.
kristallisierte sich dabei als Name des über Nacht verschwundenen,
letzten Bewohners des Mühlehofs heraus. Diese Figur dient innerhalb
des Ausstellungsprojektes im gepard14 als Metapher für das
Weiterspinnen von Erzählerischem, sei es sagenhaft, märchenhaft,
fabelhaft oder legendenhaft. Gleichzeitig verweist dieses Vorgehen
auch auf das aktuelle, politische Weltgeschehen – wenn man führenden
Politiker:innen jeweils bei ihren Reden zuhört, ergibt sich oftmals
ein ähnlich verworrener Informationsbrei an Halbwahrheiten,
unbegründeten Behauptungen und falschen Fakten.
Auch wenn Helmuth K. selbst in Liebefeld nicht in Erscheinung tritt,
entstand im experimentellen Prozess ein vielschichtiges Geflecht
aus Erzählungen und Interpretationen zu seiner Persönlichkeit, die
niemand wirklich kennt. Die eingeladenen Künstler:innen näherten
sich der Figur aus unterschiedlichen Perspektiven an und
entwickelten eigene Arbeiten im Spannungsfeld von Fiktion,
Autorschaft und Identitätskonstruktion – jeweils in ihren
künstlerischen Medien umgesetzt.
Die Ausstellung im gepard14 versammelt diese visuellen und
erzählerischen Ergebnisse und lädt dazu ein, selbst in die
imaginierte Welt von Helmuth K. einzutauchen und dabei eigenen
Gedankenspielen freien Lauf zu lassen.

 

Fabian Suter – Hel und Mut K.
Ausgehend von den aufgefundenen und im gepard14 inszenierten
Fotobüchern aus dem Ausstellungsfundus von Meinrad Feuchter setzt
sich Fabian Suter mit Erinnerung, Bildarchiv und persönlicher
Projektion auseinander. Die Fotografien in den Alben – welche man
normalerweise in Kellern oder Estrichs lagert – dienen als Auslöser
einer imaginierten Geschichte von Hel und Mut K., die sich beim
Betrachten der alten Fotos im Inneren von Fabian Suters Gedanken
formte. Diese kurze Erzählung wird gemeinsam mit ausgewählten
Fotografien in einem Leporello zusammengeführt und als
fragmentarische Erinnerung erfahr- und sichtbar gemacht.

 

Roberto De Luca – Kommt heraus, Mr. K.
In seinem künstlerischen Beitrag setzt sich Roberto De Luca mit der
rätselhaften Figur Helmuth K. als Projektionsfläche existenzieller
Fragen auseinander. Ausgangspunkt ist eine Installation aus sieben
Spiegeln, die eine Konfrontation mit dem eigenen Selbst und dem
Nichts inszeniert. Im Dialog mit einem wiederentdeckten Bild, das
für den Roberto De Luca die Figur des Teufels verkörpert, entsteht
ein theatraler Raum zwischen Selbstbefragung, Mythos und Identität.
Das Werk bezieht sich auf eine literarische Tradition der
Teufelsfigur – von Dante über Shakespeare, Milton, Goethe und
Dostojewski bis zu Tolstoi – und findet seinen zeitgenössischen
Bezug in George Bernard Shaws Superman – Intermezzo
(Teufelsmonolog). Diese Auseinandersetzung mündet in die Arbeit
Kommt heraus, Mr. K., die Offenheit, Zweifel und innere Dialoge
sichtbar macht.

 

Lucyenne Hälg – Das K(eine) Ahnung Helmuth-K Spiel
In ihrer Arbeit entwickelt Lucyenne Hälg ein offenes Spiel im
unsicheren Raum zwischen Wissen und Nichtwissen. Ausgangspunkt ist
die abwesende, möglicherweise nie existente Figur Helmuth K., die
als Projektionsfläche für Vermutungen, Hypothesen und
widersprüchliche Erzählungen dient.
Das Spiel basiert auf Halbwissen, falsch erinnerten Ereignissen,
Spekulationen und absurden Gedankenspielen. In einem gemeinsam
genutzten Spieltisch-Setting entsteht ein kollektiver Denk- und
Erzählraum, in dem Realität, Fiktion und Zufall ineinander
übergehen. Helmuth K. bleibt dabei unauffindbar – oder war
vielleicht die ganze Zeit anwesend.

 

Marco Giacomoni – HK-Haiku
In seiner Arbeit HK-Haiku greift Marco Giacomoni eine in China
verbreitete Praxis auf, Suchmeldungen vermisster Personen auf
Essbesteck zu drucken und überträgt diese Idee auf sieben silberne
Löffel. In die Vertiefung der Löffel sind mit Schlagbuchstaben kurze
Texte eingraviert.
Die Gedichte basieren auf Textmaterial aus Werbung, amtlicher
Korrespondenz, Vereins- und Alltagspoesie sowie persönlicher
Schriftstücke aus dem Nachlass des Gasthofs Mühlehof in
Niedergösgen. Ein KI-basiertes Programm generierte daraus Haikus –
japanische Kurzgedichte – als zeitgenössische Form poetischer
Verdichtung.
Zur Ausstellungseröffnung werden die Löffel performativ aktiviert:
Besucher:innen können mit ihnen Suppe essen, wodurch sich die Suche
nach Helmuth K. auf sinnliche und poetische Weise im Alltag
verankert.

 

Adela Picón – Stabelle
In ihrem Ausstellungsbeitrag Stabelle verknüpft Adela Picón
Erzählung, Recherche und Fiktion. Ausgangspunkt ist eine Chinareise
der Pipa-Spielerin Yang Jing nach Chongqing, deren grosser Markt
als Schauplatz globaler Warenströme und möglicher Spuren dient.
Für die Ausstellung «K eine Ahnung von Helmuth K.» entfaltet Adela
Picón eine narrative Verbindung zwischen dieser Reise, Referenzen
aus dem Projekt Cinderella von 2011 und dem rätselhaften
Verschwinden von einer spurlos verschwundenen Person aus
Niedergösgen. In einer spekulativen Erzählung entsteht die
Vermutung, die gesuchte Person habe sich nach einem Diebstahl nach
China abgesetzt und dort ein voluminöses Objekt veräussert.
Die Arbeit wird im Raum durch ein Poster, einen Text mit QR-Code
zur Online-Lektüre sowie die Fotografie eines zentralen Objekts –
der sogenannten Stabelle – präsentiert und verbindet lokale
Geschichte mit globaler Imagination.

 

Gigga Hug – I WAS HERE 2026
In der Fotoserie I WAS HERE 2026 untersucht Gigga Hug Abwesenheit
über Spuren und Fragmente statt über direkte Darstellung.
Alltagsgegenstände werden zu Trägern von kurzen Texten, die wie
Beweisstücke wirken, jedoch keine Gewissheit über Herkunft oder
Bezug geben. Aussagen wie «i was here», «because I was» oder «you
a memory» erzeugen ein Gefühl von Anwesenheit, obwohl die Person
selbst fehlt. Die Arbeit dokumentiert nicht das Weggehen, sondern
den Zustand danach: Mehr Hinweise führen nicht zu mehr Klarheit. So
entsteht ein offener Raum, in dem Erinnerung, Projektion und
Interpretation nebeneinander existieren – ein Spiel zwischen
Präsenz, Abwesenheit und der Unsicherheit von Daten und
Informationen.

 

Carlo Schmidt
Carlo Schmidt entwickelt seine Installation ausgehend von den
Ausstellungsprojekten von Meinrad Feuchter, in denen Unterlagen,
Gegenstände und Dokumente aus der Räumung des Mühlehofs im Jahr
2011 präsentiert wurden.
Für sein Projekt fotografierte Carlo Schmidt einzelne Objekte,
Texte und Dokumente aus den bisherigen Ausstellungen und suchte in
seinem eigenen Kunstfundus nach Arbeiten, die inhaltlich oder
formal eine neue Beziehung zu diesen Dingen herstellen. Die
Installation umfasst neun Kunstwerke, die jeweils eigenständig
wirken, daneben aber die Verbindung zu den Ausgangsobjekten
verdeutlichen. Jedes Werk wird von dem zugehörigen Foto aus Meinrad
Feuchters Ausstellung begleitet, sodass die Besucher:innen den
Dialog zwischen den historischen Objekten und Schmidts
künstlerischer Interpretation visuell und inhaltlich nachvollziehen
können.
Die ausgewählten Arbeiten, wie auch die Mühlehof-Gegenstände, geben
ihre Geschichten nur teilweise preis und wirken als stille Zeugen.
In der Tonalität der Installation dominieren kalte, zurückhaltende
Farbtöne – grau, schwarz, silber, weiss, metallisch – die die Werke
als abgestimmtes Ensemble erscheinen lassen.

 

Meinrad Feuchter
Meinrad Feuchter initiierte 2011 die beiden Ausstellungen
«Cinderella» und «Helmuth K.» im ehemaligen Restaurant Mühlehof in
Niedergösgen, lud jeweils Künstler:innen dazu ein und hat nun im
gepard14 eine Weiterentwicklung realisiert. Haben sich die
eingeladenen Künstler:innen mit dem Mühlehof an sich
auseinandergesetzt, widmen sie sich nun dem von Meinrad Feuchter
zusammengetragenen und über die Jahre eingelagerten Fundus. Er
präsentierte im Vorfeld der Vernissage eine umfassende
Auslegeordnung von Objekten, Texten, Fotoalben und Dokumenten, die
mutmasslich im Zusammenhang mit Helmuth K. stehen könnten.
Im Kunstraum gepard14 erzählte Meinrad Feuchter den eingeladenen
Künstler:innen zahlreiche Geschichten und Anekdoten – teils belegt,
teils fiktiv – und verfasste selbst mehrere Kurztexte, die eine
spekulative Geschichte über die Figur Helmuth K. entfalten. Diese
befinden sich in gebundener Form im kleineren Ausstellungsraum auf
den Holzkisten. Die schriftliche Arbeit schafft so einen narrativen
und kuratorischen Rahmen, in dem Realität, Fiktion und
künstlerische Interpretation miteinander in Dialog treten.

 

Dominik Lipp - Performance
Der Künstler wird eine Performance an der Vernissage aufführen. Er
hat viele Ideen für die Performance und wird einzelne Ideen-
Fragmente direkt im Kunstraum zusammenführen und mit dem Ort bzw.
der Ausstellung interagieren. Ob die Performance im Innern oder im
Aussenraum stattfindet, ist ebenfalls noch offen. Dauer: Ca. 30
Minuten

 

Bildergalerie

 

 

 

 

 

Meinrad Feuchter

K eine Ahnung von Helmut K

Eine Kabinettausstellung um eine verschollene Person.

Anfang Dezember hat der Solothurner Kunstschaffende Meinrad Feuchter für zwei Monate die Gepard 14 Räume bezogen. In der Zeit bis Ende Januar soll darin eine Geschichte entstehen, mit Fundstücken, die er vor fünfzehn Jahren bei der Räumung des Gasthauses «Mühlhof» in Niedergösgen entdeckt hat. Schrittweise werden der Ausstellung weitere Objekte, Bilder und Texte zugeführt, die mit den gefundenen Sachen primär nichts zu tun haben, aber die Erzählung beeinflussen. So wächst die Ausstellung und verändert sich auch inhaltlich, ähnlich wie beim Tradieren von überlieferten Geschichten. Ein akkurates Projekt zur dunklen (Jahres)Zeit.

Meinrad Feuchter freut sich über Ihren Besuch während dem Ausstellungsprozess im Kunstraum. Sie erreichen ihn vorweg mit der Nummer: 079 831 48 23

An der Schlusspräsentation vom 23. – 25. Januar 2026 werden weitere Kunstschaffende mit eigenen, spezifischen Werken teilnehmen. Eine entsprechende Einladung erhalten Sie im Januar.